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Ratgeber

Unternehmen sehen sich 2026 einem der größten wirtschaftlichen Risiken gegenüber: Störungen in Lieferketten

18. Dezember 2025Redaktion

Ob Engpässe bei Zulieferteilen, Verzögerungen im Transport oder geopolitische Spannungen – viele Betriebe erleben, wie schnell
eine Lieferstörung zu Umsatzverlust, Produktionsstillstand oder Kundenverlust führen kann.
In der klassischen Gewerbeversicherung sind diese Risiken häufig nicht ausreichend abgedeckt. Deshalb rückt die gezielte Absicherung
gegen Lieferketten- und Betriebsunterbrechungsrisiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in den Fokus.

Wirtschaftliche Risiken: Warum Lieferketten so verwundbar sind

Globale Lieferketten sind komplex und voneinander abhängig. Schon eine Verzögerung bei einem Zulieferteil kann
die gesamte Produktion lahmlegen. Besonders betroffen sind Branchen wie:

  • Automobil- und Maschinenbau
  • Elektronik und Hightech
  • Pharma und Medizinprodukte
  • Einzelhandel & E-Commerce

Störungen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Naturkatastrophen
  • Transportverzögerungen
  • Materialknappheit
  • Geopolitische Konflikte
  • Produktionssteigerungen oder -ausfälle bei Zulieferern

Betriebsunterbrechungsversicherung: Klassischer Schutz reicht oft nicht aus

Viele Unternehmen verlassen sich auf eine klassische Inhaltsversicherung mit
Betriebsunterbrechungsschutz. Diese deckt in der Regel direkte Sachschäden sowie Umsatzausfall ab,
wenn z. B. ein Feuer oder Wasserschaden die Produktion stoppt.
Moderne Lieferkettenrisiken – etwa Unterbrechungen ohne direkten Sachschaden – bleiben jedoch häufig unversichert.

Praxis-Hinweis: Eine reine Betriebsunterbrechungsdeckung kommt nur dann zum Tragen, wenn ein physischer Schaden
am eigenen Standort vorliegt. Externe Lieferengpässe ohne Schadensereignis werden meist ausgeschlossen.
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Lieferketten-Versicherung: Was sie leisten kann

Eine gezielte Lieferkettenversicherung (Supply Chain Insurance) schließt diese Lücke. Sie zahlt, wenn das Unternehmen
aufgrund von Ereignissen außerhalb des eigenen Betriebs nicht produzieren kann – unabhängig davon, ob ein physischer Schaden
am eigenen Standort vorliegt.

Deckung Klassische BU/ Inhalts­versicherung Liefer­ketten­versicherung
Sach­schaden am eigenen Betrieb Ja Ja
Verlust von Zulieferteilen Nein Ja
Transportverzögerungen Nein Ja (je nach Bedingung)
Produktionsstillstand ohne Sach­schaden Nein Ja

Beispiel: Wenn die Produktion steht

Ein mittelständischer Metallbetrieb in Bayern bezieht ein spezielles Lagerteil aus dem Ausland.
Durch Verzögerungen am Hafen bleibt die Lieferung aus – und die gesamte Produktion steht für vier Wochen.
Klassische Versicherungen greifen nicht, weil am eigenen Betrieb kein Schaden vorlag.
Eine Lieferketten-Police hätte hier die entgangenen Umsätze und Fixkosten abgedeckt.

Praxis-Tipp: Dokumentieren Sie Lieferketten und Zulieferanten, um die Police gezielt anzupassen.
Viele Versicherer verlangen detaillierte Angaben über Haupt- und Nebenlieferanten.

Wann Lieferketten-Absicherung besonders sinnvoll ist

Nicht jedes Unternehmen braucht eine umfassende Supply Chain Deckung – aber sie ist besonders wichtig, wenn:

  • Abhängigkeiten von einzelnen Zulieferquellen bestehen
  • kritische Bauteile oder Materialien bezogen werden
  • kurze Produktionszyklen ohne Lagerkapazität betrieben werden
  • Export- oder Importprozesse essentiell sind

Zusätzliche Absicherungsoptionen

Ergänzend zur Lieferkettenversicherung können folgende Deckungen sinnvoll sein:

  • Produktionsausfallversicherung – deckt Umsatzverlust durch Maschinenstillstand
  • Transportversicherung – schützt, wenn Ware unterwegs beschädigt wird
  • Business Interruption inkl. Mehrkosten – übernimmt Zusatzkosten zur Wiederaufnahme der Produktion
  • Cyber-Versicherung – bei digitalen Produktionsstörungen oder Angriffen

Was Unternehmen jetzt tun sollten

  • Lieferkette analysieren: Identifizieren Sie Schwachstellen und kritische Lieferanten.
  • Versicherungsbestand prüfen: Prüfen Sie bestehende Policen auf Lücken – insbesondere bei externen Risiken.
  • Marktangebote vergleichen: Nutzen Sie einen Vergleich für Gewerbeversicherungen, um Leistung, Deckungssummen und Klauseln gegenüberzustellen: Gewerbeversicherung vergleichen.
  • Risiko-Mapping: Erstellen Sie ein Szenariomodell für Ausfälle und testen Sie Deckungslücken.

Fazit: Lieferketten-Risiken sind kein Nischenthema mehr

2026 ist das Jahr, in dem Unternehmen ihre Lieferkettenrisiken strategisch absichern müssen.
Klassische Policen decken zwar physische Schäden gut ab, doch moderne Risiken wie Produktionsstillstand ohne Schaden
oder externe Störungen gehören nicht dazu. Eine gezielte Lieferketten-Absicherung kann hier echtes Sicherheits-Potenzial schaffen —
und die Existenz Ihres Unternehmens schützen.

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